Fact Friday: Das menschliche Auge * Blickkontakt * Affen- und Hundeblick

Wusstet ihr, dass …

…das Augenblinzeln die schnellste Bewegung ist, die unser Körper machen kann?
Sie dauert 100 – 150 Millisekunden. Wir blinzeln 17 Mal in der Minute, 14.280 Mal am Tag und 5 Millionen Mal im Jahr.

11 spannende und interessante Fakten rund das Auge

Wusstet ihr, warum …

… Blickkontakt eigentlich so wichtig ist?

Wie man schon öfter gehört hat sind die Augen das Fenster zur Seele. Den eigenen Blick gezielt einzusetzen ist eine grundlegende Fähigkeit der Körpersprache und es gibt viele Gründe, warum Blickkontakt für uns Menschen so wichtig ist.
Wir vertrauen Personen, die uns direkt in die Augen schauen können, mehr als jemandem, der scheu unserem Blick ausweicht. Dieses Verhalten lässt sich sehr gut bei Kindern beobachten, die etwas ausgefressen haben. Es wird jeder Trick genutzt, um den Blickkontakt zu vermeiden. Die Kleinen verstecken sich hinter Gegenständen, ziehen die Mütze über die Augen oder schauen betreten zu Boden. Wer den ehrlichen Augenkontakt vermeidet, erzeugt beim Gesprächspartner stets ein ungutes Gefühl. 
Wer seinem Gegenüber also offen, ehrlich und mutig in die Augen schauen kann, zeigt Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Wir sind eher gewillt, jemandem mit einem starken und selbstbewussten Blick zu folgen als jemandem, der schüchtern und betreten wegschaut.

Habt ihr euch jemals gefragt, warum so viele Pokerspieler Sonnenbrillen tragen? 

Die Antwort ist ganz einfach: unsere Pupillen passen sich nicht nur der Helligkeit an, sie verraten auch, ob wir uns freuen! Unsere Pupillen können sich bei Freude um das 4-Fache erweitern und bei Wut wiederum verengen. Kein Poker-Profi auf der Welt möchte, dass sein Gegenspieler (unbewusst) in den Augen erkennt, dass er ein Full-House hat!
Die Augen verraten durch diese unbewusste Reaktion viel über unsere Emotionen, was auch Edelsteinhändler in China nutzen und versuchen, durch die sichtbare Freude in den Augen ihrer Kunden den besten Preis zu bestimmen.

Frauen wussten die Macht der erweiterten Pupillen schon früher zu nutzen und verführten zahlreiche Männer mit ihrem Blick. So träufelten sich die Prostituierten im Mittelalter Belladonna-Saft (Belladonna steht übrigens im Italienischen für ‚schöne Frau‘) in die Augen, um die Pupillen künstlich zu erweitern und so attraktiver zu erscheinen. Auch heute sehen wir in der Werbung  kaum noch eine Anzeige, in der die Pupillen durch Photoshopping nicht künstlich erweitert wurden, um das Produkt für uns als Käufer attraktiver zu gestalten.

Toppen können dies nur noch Babys mit ihren großen, glänzenden Augen. Man sagt auch, dass sie wahre Meister darin sind, uns mit einem einzigen Blick zu erweichen. 
Unsere Pupillen reagieren schon als Baby auf die Anwesenheit eines anderen Menschen mit einer Vergrößerung, um ungefährlich zu wirken und den Beschützerinstinkt zu wecken. Dies ist eine natürliche Schutzreaktion, da ein Baby schutzlos ist und somit keine andere Möglichkeit hat, sich vor Angriffen zu schützen. 

Wir reagieren also auf vielfältige Art und Weise auf die Augen eines anderen Menschen und das in ganz unterschiedlichen Situationen.

Warum ist Blickkontakt eigentlich so wichtig?

Wusstet ihr, dass …

… Hunde und Affen die einzigen Tiere sind, die Augenkontakt mit den Menschen suchen?

Also ist der Wortgebrauch „Hunde-Augen“ nicht allzu weit hergeholt. Typisch für Hunde ist, dass sie immer wieder Augenkontakt mit ihrem Herrchen oder Frauchen suchen. In einem Experiment hielten sich Hunde mit ihren Besitzer*innen jeweils 30 Minuten lang allein in einem Raum auf, ihr Verhalten und vor allem die Dauer und Häufigkeit ihres Blickkontaktes wurden per Videokamera aufgezeichnet. Vorher und nachher gaben sowohl Hund als auch Mensch Urinproben ab dabei fand man heraus, dass der Blickkontakt einen Hormonschub an Oxytocin, dem Kuschelhormon, auslöst.
Das erstaunliche Ergebnis: Jene Hund-Mensch-Paare, die sich am längsten und häufigsten gegenseitig anschauten, hatten nach dem Experiment die am deutlichsten erhöhten Oxytocin-Werte. Je länger der Augenkontakt dauerte, desto höher waren bei beiden Partnern die Hormonwerte.

Blickkontakt setzt Kuschelhormon Oxytocin frei – bei Hund und Mensch Hundeblick hat es in sich – scinexx | Das Wissensmagazin